Nicht mal RTL wollte ihn…

Anfang dieses Jahres veranstaltete die RTL-Fernsehserie „Alarm für Cobra 11 – die Autobahnpolizei“, die unangefochtenen Könige von Drehbüchern die auf einen Bierdeckel passen, Fahrten immer über das gleiche Autobahnstück und Sprüngen über immer dieselbe Brücke in immer denselben Tanklastzug (während sich der 3er BMW im Sprung magisch in das Vorgängermodell verwandelt), den Wettbewerb „Abwracken mit Cobra 11“.  Hier konnten Zuschauer ihr altes Auto zur Verschrottung in der Serie, z.B. durch den Feuertod, anmelden – und dann auch noch 2500EUR kassieren. Natürlich ergriff ich die Chance, endlich die „Rohstoffverschwendung aus Wolfsburg“ loszuwerden. Leider, so erscheint es, haben sogar RTL Mitarbeiter einen gewissen Stolz… oder in anderen Worten: Ich habe den Mistkübel immer noch.

Hier meine Bewerbung, die ich der Öffentlichkeit nicht vorenthalten will:

Wertes Cobra 11 Team, Mit 16V kanns keine Sau

Mit diesem, ja, ich möchte sagen, Hilferuf, möchte ich Euch mein momentanes „Auto“ als Crashopfer ans Herz legen.
Es ist ein Volkswagen Passat Variant GT 2.0 16V, Baujahr 1995, der seit nun 9 Jahren im Familienbesitz ist, zuerst bei meiner Mutter, seit 3 Jahren dient er nun mir als Winter-Fortbewegungsmittel – sofern er denn Lust hat sich fortzubewegen.

„Die Rohstoffverschwendung aus Wolfsburg“, wie ich ihn mehr oder minder liebevoll nenne, hat es in 14 Jahren Lebenszeit nicht nur geschafft die Rohölvorkommen der Welt auf sinnloseste Weise zu verkleinern, denn unter 10 Litern auf 100 zuckt er nicht mal mit einem seiner lächerlichen Zylinder, nein, dieses Schaustück deutscher Wertarbeit hat es auch geschafft unsere Nerven und Geldbeutel aufs äußerste zu strapazieren.

Zwei Getriebe, ein Steuergerät, ein ABS-Steuergerät, ein Zündschloss, eine frisch ausgetauschte und anschließend gebrochene Zahnriemenrolle, gefolgt von vierzehn verbogenen Ventilen, sind nur die Spitze des Eisberges, kleinere „Macken“, wie sich selbst öffnende Türen bei Minusgraden, fallen da kaum auf – und welcher Dieb würde sich schon mit diesem Fahrzeug selbst bestrafen?

Der in VW-Kreisen hochgepriesene Motor liefert im Drehzahlkeller keinerlei Leistung, dann noch weniger und dann kurz vor dem Drehzahltod einen Mückenschiss Fortbewegungsenergie, begleitet von einem Geräusch was treffend als „Dumbo mit Blähungen vermischt mit Straßenbahn auf Extasy“ beschrieben wurde, auf jeden Fall die perfekte Mischung um den Fahrer auf langen Autobahnfahrten schwer über den Sinn des Lebens ins Grübeln zu bringen.

Neben dem furchtbaren Antriebsaggregat wurde bei der Bestellung vor 14 Jahren gottseidank auch noch die männlichste aller VW-Farben angekreuzt, nämlich „Lila-Perleffekt-Metallic“, was schon nach einem kleinen Regenschauer im Herbst schwer nach Leberwurst über dem Verfallsdatum aussieht und mittlerweile auch noch mit Rostbläschen hier und da gekrönt wurde.
„Get outta my dream, get in to the back seat baby“ – bei der Optik wohl eher nicht.

Vor kurzem überschritt ich mit dem Fahrzeug die magische 200.000km Marke und hegte die ehrlich Hoffnung dass es sich dort selbstständig desintegrieren würde, was aber leider nicht eintrat und mich in schwere Depressionen stürzte.

Daher bitte ich Euch inständig dieses „Auto“ einen bombastischen Feuertod sterben zu lassen, mich davon endgültig zu erlösen, potentiellen Käufern (1 Appel und 1 Ei) die traumatischen Erlebnisse die ich durchleiden mußte zu ersparen und mir einen automobilen Neuanfang zu ermöglichen.

Flammende Grüße aus Erlangen,
Christoph


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.