SUV – SUbmarine Vehicle

SUV - SUbmarine VehicleDer Boom der tonnenschweren, brennstofffressenden Allrad-Spähpanzer für die ganze Familie, die lediglich einen gefrässigen Antimaterie-Reaktor brauchen um akkzeptable Fahrleistungen zu erzielen, erscheint mir weiterhin einfach unbegreiflich. Logik zieht hier scheinbar nicht.
Versuchen wir heute doch einmal das Ganze in eine andere Umgebung zu projezieren:

Wir befinden uns in einem kleinen Hafen.
Dort gibt es Sportboote, die schnell fahren,
Yachten für mehrere Personene die es luxuriöser wollen,
Touristendampfer für die schlichte Personenbeförderung und Lastkähne für den Gütertransport.

Dazwischen versucht ein hilfloses Frauchen mit ihrem 170 Meter langen Atom-U-Boot der Typhoon-Klasse rückwärts an den Kai anzulegen. Dies gelingt ihr nach gefühlten drei Tagen auch problemlos und sie reißt dabei auch nur fünf Tretbootfahrer in den Tod.
Danach springt sie alleine von Bord – um im Hafenladen schnell Tampons zu kaufen. Sie wohnt übrigens zwei Gehminuten entfernt.

„Ist das Boot nicht etwas groß für Sie?“ – „Groß ist es schon, aber es hat halt soviel Platz und ist so sicher und so.“

„Transportieren Sie denn soviel?“ – „Nein, eigentlich fahre ich meistens alleine, zum Seidenmalerei-Workshop oder zum Tennis.“

„Ist der große Klotz nicht furchtbar langsam?“ – „Nein, mit dem Atomreaktor geht das eigentlich, ich muss nur Unmengen radioaktiven Müll entsorgen und jeden Tag Plutonium nachlegen. Aber bald kommt ja das Hybridmodell, dann spar ich fast 1kg auf 100 Metern.“

„Mal über ein kleines Sportboot nachgedacht? Kostet weniger, wiegt weniger, fährt schneller, verbraucht weniger?“ – „Ja, aber da kann man nicht so schön vom Turm runterschauen.“

„Und, schon mal getaucht?“ – „Um Gottes Willen, viel zu gefährlich. Außerdem wird dann oben alles naß.
Zudem ist es wohl nicht wirklich dicht, hat  ‚Boot, Motor & Sport‘ neulich herausgefunden…“

Nicht mal RTL wollte ihn…

Anfang dieses Jahres veranstaltete die RTL-Fernsehserie „Alarm für Cobra 11 – die Autobahnpolizei“, die unangefochtenen Könige von Drehbüchern die auf einen Bierdeckel passen, Fahrten immer über das gleiche Autobahnstück und Sprüngen über immer dieselbe Brücke in immer denselben Tanklastzug (während sich der 3er BMW im Sprung magisch in das Vorgängermodell verwandelt), den Wettbewerb „Abwracken mit Cobra 11“.  Hier konnten Zuschauer ihr altes Auto zur Verschrottung in der Serie, z.B. durch den Feuertod, anmelden – und dann auch noch 2500EUR kassieren. Natürlich ergriff ich die Chance, endlich die „Rohstoffverschwendung aus Wolfsburg“ loszuwerden. Leider, so erscheint es, haben sogar RTL Mitarbeiter einen gewissen Stolz… oder in anderen Worten: Ich habe den Mistkübel immer noch.

Hier meine Bewerbung, die ich der Öffentlichkeit nicht vorenthalten will:

Wertes Cobra 11 Team, Mit 16V kanns keine Sau

Mit diesem, ja, ich möchte sagen, Hilferuf, möchte ich Euch mein momentanes „Auto“ als Crashopfer ans Herz legen.
Es ist ein Volkswagen Passat Variant GT 2.0 16V, Baujahr 1995, der seit nun 9 Jahren im Familienbesitz ist, zuerst bei meiner Mutter, seit 3 Jahren dient er nun mir als Winter-Fortbewegungsmittel – sofern er denn Lust hat sich fortzubewegen.

„Die Rohstoffverschwendung aus Wolfsburg“, wie ich ihn mehr oder minder liebevoll nenne, hat es in 14 Jahren Lebenszeit nicht nur geschafft die Rohölvorkommen der Welt auf sinnloseste Weise zu verkleinern, denn unter 10 Litern auf 100 zuckt er nicht mal mit einem seiner lächerlichen Zylinder, nein, dieses Schaustück deutscher Wertarbeit hat es auch geschafft unsere Nerven und Geldbeutel aufs äußerste zu strapazieren.

Zwei Getriebe, ein Steuergerät, ein ABS-Steuergerät, ein Zündschloss, eine frisch ausgetauschte und anschließend gebrochene Zahnriemenrolle, gefolgt von vierzehn verbogenen Ventilen, sind nur die Spitze des Eisberges, kleinere „Macken“, wie sich selbst öffnende Türen bei Minusgraden, fallen da kaum auf – und welcher Dieb würde sich schon mit diesem Fahrzeug selbst bestrafen?

Der in VW-Kreisen hochgepriesene Motor liefert im Drehzahlkeller keinerlei Leistung, dann noch weniger und dann kurz vor dem Drehzahltod einen Mückenschiss Fortbewegungsenergie, begleitet von einem Geräusch was treffend als „Dumbo mit Blähungen vermischt mit Straßenbahn auf Extasy“ beschrieben wurde, auf jeden Fall die perfekte Mischung um den Fahrer auf langen Autobahnfahrten schwer über den Sinn des Lebens ins Grübeln zu bringen.

Neben dem furchtbaren Antriebsaggregat wurde bei der Bestellung vor 14 Jahren gottseidank auch noch die männlichste aller VW-Farben angekreuzt, nämlich „Lila-Perleffekt-Metallic“, was schon nach einem kleinen Regenschauer im Herbst schwer nach Leberwurst über dem Verfallsdatum aussieht und mittlerweile auch noch mit Rostbläschen hier und da gekrönt wurde.
„Get outta my dream, get in to the back seat baby“ – bei der Optik wohl eher nicht.

Vor kurzem überschritt ich mit dem Fahrzeug die magische 200.000km Marke und hegte die ehrlich Hoffnung dass es sich dort selbstständig desintegrieren würde, was aber leider nicht eintrat und mich in schwere Depressionen stürzte.

Daher bitte ich Euch inständig dieses „Auto“ einen bombastischen Feuertod sterben zu lassen, mich davon endgültig zu erlösen, potentiellen Käufern (1 Appel und 1 Ei) die traumatischen Erlebnisse die ich durchleiden mußte zu ersparen und mir einen automobilen Neuanfang zu ermöglichen.

Flammende Grüße aus Erlangen,
Christoph


Need for Spe…Brain!

Ich stehe nichtsahnend an der Tankstelle und lausche bedächtig dem Gurgeln des 95-oktanigen Kraftstoffes der eilig im Schlund des technischen Dinosauriers verschwindet. Zielstrebig steuert ein Mitglied/Opfer der Jambageneration auf mich zu, Muscleshirt (für nichtexistente Muscles),  Sonnenbrille, Goldkettchen – die Kippe und das Handy hat er dankenswerterweise kurz vor der Zapfsäule ausgemacht.

„EY, geil. P-O-N-T-I-E-E-E-A-H-H-K-K!“ liest er mit Kennerblick vom Heck ab. Allwissend schaut er mich an:
„Ist das ein Original oder ein Nachbau?“

Kurz stutze ich, lege meinen Kopf schief und schaue ihn mit dem „Eichhörnchen wenn es blitzt“-Blick an.
„Ähm, also Pontiac-Nachbauten gibt es nicht, soweit ich weiß…“,  äußere ich vorsichtig.

„Doch, doch – ab 94 gab es diese Nachbauten.“, spricht er im Brustton der Überzeugung.

Hmm, wie mache ich ihm klar dass es leicht sinnlos wäre ein $20.000 Auto zu kopieren, das weder selten, noch eben teuer war.
„Also der hier ist vom Chassis baugleich mit dem Camaro, schon seit 1967.“, vielleicht zieht ja das technische.

„Nein, also bei Need for Speed da kann man den Firebird auswählen oder den Nachbau, daher weiß ich das.“

Sprachlos.

Was lernen wir:  Need for Speed hat wikipedia als unumstössliche Wissensquelle abgelöst.

Morgen geht er dann wahrscheinlich zum Hausarzt, lässt sich für 10EUR mal schnell 50 Gesundheitspunkte auf die AOK- Karte laden, da er sich doch nicht sicher ist ob die Auffahrt zur Stadtautobahn wirklich mit 140 geht. Ich freu mich drauf.

BAD – Benzindunst Automotive Dictionary

800px-flag_of_the_united_kingdomsvg.png„sucking spider“ – Ansaugspinne

„sucker“ – Sauger

„uploading“ – Aufladung

„Does this fan suck or blow?“ – Zieht oder drückt dieser Lüfter?

„engine poetry“ – Motordichtung

Außerdem danke ich hiermit allen Menschen aus dem Automobilsektor die bei leo.org unabhängig vom Kontext immer die allererste angebotene Übersetzung wählen: Ihr bereichert mein Leben komödiantisch ungemein!

Born to be konservativ.

Außer auf diesem voll anarchistischen, krassen Passat Cabrio (Diesel) wäre die Aufkleberflut höchstens noch auf einer „Eiche rustikal“ Schrankwand im Neubaugebiet unangebrachter.

Born to be konservativ. Passat Cabrio bleibt Passat Cabrio. Born to be konservativ. Passat Cabrio bleibt Passat Cabrio. Born to be konservativ. Passat Cabrio bleibt Passat Cabrio.

Ich vermute der Besitzer hat noch weitere Fahrzeuge in der Garage:
Einen beige-farbenen Volvo Kombi mit einem „Streetracing For Life“-Sticker und einen weißen W124 Diesel mit Automatik, Hängerkupplung und Klorollenschoner und einem „fuck the establishment“-Heckscheibenaufkleber…

PS: Wo bekomme ich eigentlich „Bausparen rocks!“-Aufkleber
für den Firebird?

Rice, Rice, Baby – das Benzindunst RiceSpecial

Danke an Burkhard für die Anregung zu diesem Special!

Tuning is a crime

Ja, die Aussage stimmt (noch) nicht ganz.

Denn leider ist optische Folter (Auslösen von Brechreiz und Hirnkrämpfen durch optische Signale) noch nicht strafbar,
ebenso wenig indirekte Körperverletzung (man bekommt selbst das Bedürfnis seinen Kopf solange gegen eine Wand zu hauen bis es endlich aufhört). Ich hoffe der Gesetzgeber tut da mal was, vielleicht sowas wie ein „Geschmackssachverständiger“ neben dem Kfz-Sachverständigen als feste Instanz und Hürde bei der Hauptuntersuchung.

Zudem gibt es da noch lokale Unterschiede in der Begrifflichkeit „Tuning“. In vielen Ländern bedeutet dies ein Auto „schneller machen“, durch Modifikationen an Fahrwerk und Motor, die Optik ist dann das Sahnehäubchen für beides.
In Deutschland bedeutet es das Ankleben von mannigfaltig sinnlosen Teilen und Blenden, bevorzugt aus einem Material was aus alten Jogurtbechern gewonnen wird. Das kernige 1.0 bis 1.6 Liter Maschinchen (Basisversion, eh klar!) unter der Haube bleibt dabei unangetastet, da den Besitzern die genaue Arbeitsweise eines Hubkolbenmotors sowieso nicht bekannt ist.

In den USA wurde hierfür der Begriff „Rice“ oder „Rice Burner“ geprägt, das englische Wikipedia erklärt folgendes:

„Ricing“ a vehicle is meant to emulate the aesthetic work of independent automotive car tuning companies who modify more than just appearance, and to give an appearance of greater ability than the car actually has.

Und im nächsten Absatz sprechen Sie mir aus der Seele – auch wenn ich es nicht so politisch korrekt ausgedrückt hätte:

Ricing is generally looked down upon amongst people who perform engine tuning, suspension tuning, and other performance racing modifications.

So, genug des Vorgeplänkels, hier eine Auswahl der nettesten Verbrechen gegen Geschmack und Logik, die mir mal vor die Linse gekommen sind, gewürzt mit einigen „Tuning“-Weisheiten und ungeschriebenen „Tuning“-Gesetzen.

Gesetz 1: „Abtrieb an der Hinterachse – wichtig beim Fronttriebler“

Spoiler - Abtrieb an der Hinterachse ist wichtig Spoiler - Abtrieb an der Hinterachse ist wichtig
Viel hilf viel! Spoiler - Abtrieb an der Hinterachse ist wichtig

Hier noch in Kombination mit dem Gesetz „Die Serienrückleuchten sind noch nicht häßlich genug“ und der Weisheit „Ich lackier das später dann alles mal komplett“ (und jeder darf jetzt einen drauf lassen dass die Karre genau in diesem Zustand in die Presse wandert)

Gerade aus dem furzbiederen 4er Golf ist optisch noch viel rauszuholen und Spoiler sind erst gut und wirksam wenn sie eigentlich die Genehmigung des Luftfahrt-Bundesamts bräuchten.

Gesetz 2: „Viel hilft viel – gerade beim Auspuff“

Auspuff - Viel hilft viel Auspuff - Viel hilft viel
Auspuff - Viel hilft viel Auspuff - Viel hilft viel

Hier noch in Kombination mit der Weisheit
„Ich mach das später (=nie) noch mal vernünftig, hab das jetzt mal auf die Schnelle gemacht“

Puh, Glück gehabt, dass man sich nicht so einen todlangweiligen endvernünftigen Golf-Kombi Diesel gekauft hat und dann zwanghaft einen auf dicke Hose machen muss. Aber der Turbo braucht die 4 Rohre auch, jetzt auch wegen Drehmoment und so.
Die Auspuffblende am Renault ermöglicht endlich auch einparken nach Geräusch (*knark* – das war der Randstein) und ist um Längen billiger als ein Ultraschallsensor.

Gesetz 3: „Anders – um jeden Preis“

Anders - um jeden Preis Rice, Rice, baby...

Schade dass Opel den „LaubDreckSchmoder&Kleinkinder-Fänger“ nicht ab Werk beim Astra angeboten hat – macht optisch doch schon viel her und wirkt keinesfalls wie eine leere Blende. Und es spricht auch nix dagegen sein Lieblingsgericht vom Chinesen auf der Haube zu verewigen, liegen Rüsselsheim und Asien doch (kulturell, konzeptionell, geographisch) so nah beeinander.

Gesetz 4: „Erfülle alle Vorurteile“

Kevin

Kevin aus Thüringen mit seinem SuperDuper-Seat.
Die Realität ist die beste Satire.

Über die Weisheiten

„Nächstes Jahr mach ich n Kompressor (Turbo, Lachgas, offenen Luftfilter, Duftbäumchen) drauf,
dann hab isch 200 (300,400) PS“

und

„Ein Kollege hat den (316i, Golf 1.6, Daihatsu Cuore, Bobby Car) aufgemacht auf 500 (600, 1000, 1 Million) PS“

lass ich mich ein ander Mal aus.

Kann „Tuning“ im deutschen Sinne überhaupt cool sein?

Oh ja! Und zwar dann wenn es so übertrieben assig und schlecht ist, dass es unmöglich ernst gemeint sein kann.
Gesehen an diesem „Style Concept Car“ vor einem Supermarkt in Südfrankreich:

Spoiler - Abtrieb an der Hinterachse ist wichtig Spoiler - Abtrieb an der Hinterachse ist wichtig

Wie vernagelt.

Automobile sind für mich etwas unglaublich emotionales und ich hasse Gefährte die lediglich dazu dienen mich von A nach B zu bringen.
Bestes Beispiel: Meine Rohstoffverschwendung aus Wolfsburg.
Natürlich muss es solche Fahrzeuge auch geben, niemand würde mit einem großvolumigen Benziner täglich 200km pendeln, jährlich 40.000km über Deutsche Autobahnen reisen oder damit zum Bäcker fahren – naja, ok, letzteres soll es geben.

Womit wir aber früher oder später beim unsäglichen Thema „Diesel“ ankommen…

Schon die Arbeitsweise dieses Motors ist mir irgendwie suspekt: Ich rotze je nach Leistungswunsch eine lose definierte Menge Heizöl in einen Raum voller heißer Luft und flehe zu Gott dass es sich gleichmäßig entzündet und nicht rußt.
Sauber. Oder eben auch nicht.

Aber das ist es noch nicht mal, mit viel Aufwand, zig Katalysatoren plus Harnstofftank kriegt man auch dieses Maleur schön „blue“ (was heute wohl „sauber“ bedeutet).

Viel schlimmer ist der durchschnittliche Dieselfahrer an sich.
Fragt man ihn nach der Leistung seine Fahrzeugs bekommt man erstmal einen willkürliche Newtonmeter-Angabe um die Ohren gehauen.

Dass sein 1.9er TDI, den er primär gekauft hat um günstig morgens zu seinem Lehramtsseminar zu kommen, nur einschläfernde 110PS hat, verschweigt er gerne mal.
Denn „der geht ja von unten raus so gut“
und „Diesel haben ja soviel Drehmoment.

Für die Aussage alleine würde ihn jeder Polo SDI oder 200D Fahrer direkt auf der Straße steinigen.
Aber wie ein Turbolader funktioniert weiß er ja auch nicht.

Mich würde wirklich interessieren wo der Trend herkommt Drehmoment über alles andere zu setzen.
Wäre Drehmoment die einzige Komponente die etwas schnell macht, so würde der Mercedes Actros und einige Stahlwille Produkte die Supersportwagenliste anführen.

Das Gesamtpaket machts, auch ich liebe bulliges Drehmoment im Keller, aber nur wenn auch Leistung nachkommt.
Hohes Drehmoment im Keller bei sonst eher schwachbrüstigen Motoren ermöglicht es halt auch talentfreien Fahrern Mutti ein bischen zu beeindrucken, weil es im Rücken ein bischen drückt.
Oder es lässt sie ein bischen vergessen dass Mutti sie gezwungen hat diesen endvernünftigen VW Touran zu kaufen,
weil der soviel Platz hat und so, und jetzt können sie sich beim Anfahren an der Ampel zumindestens einbilden sie hätten ein schnittiges, schnelles Auto.

Es sind und bleiben trotz allem aus reiner Vernunft gekaufte Autos, die auch durch langes Schönreden nicht sportlicher werden.

Solche Diesel zu fahren war für mich immer wie tolles Vorspiel, gefolgt von beschissenem Sex.
Nach überwundenem Turboloch kommt ein kurzer Schub und schon kommt gar nichts mehr außer einem nervtötendem Geräusch.
Oder um in der Metapher zu bleiben, die Frau fängt nach dem Vorspiel an mit sächsischem Dialekt von der letzten Folge Gilmore Girls zu erzählen.
Du, sorry, das wars.

„MOMENT!“, wirft jetzt der echte Diesel-Fan ein, all die echten Heizöl-Ferraris verbrauchen wenig, haben im oberen Preissegment mit einem Dutzend Turboladern auch mittlerweile viel Leistung und sind den Zahlenwerten nach auch „schnell“.

Echt schön, auf dem Papier. Aber „sportlich“?
Für mich fehlt da immer noch eine sehr wichtige Komponente, die sogar Leistung und Drehmoment übertrumpft.

Die große Diesel E-Klasse eines Bekannten ist meinem Detroiter Klumpen Alteisen in so ziemlich jedem Aspekt überlegen,
bessere Verarbeitung, geringerer Verbrauch, modernere Technik und wahrscheinlich beschleunigt er sogar besser, von der (fahrbaren) Höchstgeschwindigkeit ganz zu schweigen. Trotzdem bleibt die Gänsehaut und das Kribbeln im Magen aus wenn die perfekt abgestimmte deutsche Automatik in den Kickdown geht.
Es ist ein bischen wie Aufzug fahren, da steigt auch keiner breit grinsend aus und brüllt „NOCHMAL!“.
Stillstand, brummelndes, wenig ansprechendes Geräusch, 100kmh.

Gähn.

Wer schon mal quer stehend mit einem 60PS VW Käfer (gefühlte 10Nm bei 5000rpm) durch eine Feldweg-Kurve gedonnert ist und dem Sound der offenen 40er Weber lauschen durfte, der weiß hoffentlich was ich meine. Oder das Rütteln, Schaukeln und Blubbern eines dicken V-Motors im Stand der dank scharfer Nocke mühsam den Leerlauf halten kann, gefolgt von einem heißeren Trompeten aus den Edelstahlrohren… manchmal denke ich es heißt nicht umsonst „der hat Benzin im Blut“.

Würde heute noch irgendjemand über die Filmszene aus Bullit sprechen wenn Steve McQueen mit einem A3 Sportsback TDI durch die Hügel von San Francisco geballert wäre? Oder Nicolas Cage dem Polizei Helicopter (vielleicht, mit Glück) in einem 200CDI (mit „Ruß – Baby – Ruß“-Knopf am Schaltknüppel) entkommen wäre?
Das glaub ich nicht, Tim.

Emotionen, die pure Sensation, der Charme, nicht zuletzt der Sound, also einfach das ganze prickelnde Drumherum jenseits von „400Nm@2000rpm/7sec 0-100kmh“,
all das gehört für mich zu einem „sportlichen“ Auto, oder einfacher, zu einem Auto das mir Freude bereitet und mich nicht nur von A nach B bringt.

Und genau das komplette Fehlen von fast all dem kann ich so vielen modernen Autos vorwerfen, aber erst recht den achso sportlichen Dieseln.

PS: Die Anfeindungen gegen Diesel Cabrios erspare ich mir an dieser Stelle. Es sei nur darauf hingewiesen dass es sie schon vor 50 Jahren gab, sogar überaschenderweise von der von mir sehr geschätzten Firma Porsche (Foto), aber auch von der mittlerweile verschwundenen Firma Eicher (Foto).
Und in beiden Fällen war die Zielgruppe froh als endlich das Coupe rauskam.

PPS: „Alltagstauglichkeit? Das rockt nicht. Wer von so etwas spricht, spricht auch von ‚Petting haben‘ statt ‚Fummeln‘.“
(gelesen in der „Youngtimer“, danke Jungs, ihr sprecht mir aus dem Herzen.)

Spass ohne Newtonmeter

Spass, ohne lustige Newtonmeter-Zahlen.

Weiße Scheiße.

Niemand weiß eigentlich wo der Hype herkam. Man könnte meinen der Staat steckt dahinter um die Reste seiner ausgelutschten Streifenwagen loszuwerden, richtig, die vor der ökonomisch sinnvollen Umstellung auf Silber. Vielleicht wollten ein paar Werbefuzzis auch nur einen Kasten Bier gewinnen: „Die Deppen da draußen kaufen auch weiße Autos, wetten? – Nee, oder?! Abgemacht!“. Genau weiß man es nicht. Aber kaum erscheinen ein paar Fotos von aseptisch sauberen neuen C-Klassen und Porsche Turbo Cabriolets in der Nicht-Farbe „weiß“ vor idyllischem Wald- und Wiesen-Hintergrund, rennen die Menschen tatsächlich in den Laden und bestellen sich massenweise Autos in dieser Un-Farbe.
„Wenn es sauber ist, sieht das halt schon sehr edel aus!“ – Ja Schatzi, in den drei Minuten nach dem Polieren, in denen der Wagen wirklich sauber ist, mag das ja der Fall sein, aber falls Dein Weg zur Arbeit nicht zufällig ausschließlich durch OP-Säle und IC-Produktionsanlagen führt, dann… aber das will leider auch keiner hören. Aber wie sagt der Amerikaner auch andererseits:
„You can’t polish a turd.“
Zwei kurze Erinnerungsstützen für alle, die es kaum erwarten können ihre „calcit-„, „ibis-“ und „carraraweißen“ Schmutzmagneten in Empfang zu nehmen:

Weiße Scheiße..

Na? Man nenne mir bitte eine (echte) Farbe, die schmutzig noch schlimmer aussieht. Die einzigen Kandidaten wären vielleicht „Leberwurst“ und „Erbrochenes“, beide Farbtöne finden sich jedoch erst ab nächstem Jahr (und nach der kommenden Werbekampagne dafür) in den Farbpaletten der Stuttgarter und Ingolstädter. Diesmal gehts dann um zwei Kästen Bier.

Lässt man das ganze jetzt noch 15 Jahre altern, erreichen wir den endgültigen Supergau:

Weiße Scheiße - 15 years later...

Aber mit den neuen Lacken und so wird das ja eh alles anders! Und weiße Autos sind ja auch ein langfristiger Trend.
Sowas ähnliches dachten auch Menschen die sich ihren Benz in den 70ern in „silberdistel“ mit olivgrünen Ledersitzen bestellt haben.

In diesem Sinne wünsche ich „Gute Besserung!“ und freue mich in 5 Jahren auf die Welle besonders günstiger Gebrauchtwagen der Premiumklasse… …Umlackieren kostet in Tschechien schließlich auch nix mehr.